Der Verein

Die Geschichte des Vereins

Am 3. April 1905 wurde der Museumsverein Goslar mit der laufenden Nummer 5 in das Vereinsregister beim Amtsgericht eingetragen. Schon Monate vorher hatte es Verhandlungen interessierter Bürger gegeben, in denen das Tätigkeitsfeld des zu gründenden Vereins diskutiert wurde. Ein Anlass für diese Aktivität war der bevorstehende Verkauf des privaten Museums von Emil Fenkner. Dieser hatte seit 1850 eine Sammlung von „Alterthümern“ aller Art zusammengetragen.
Neben Kirchenkunst fanden sich Gemälde, Möbel, Goldschmiedearbeiten, Elfenbein- und Emaillearbeiten unterschiedlichster Herkunft und Qualität. Mit dem Wunsch, diese Sammlung anzukaufen und so der Stadt zu erhalten, konnte man sich nicht durchsetzen; der Provinzialkonservator hatte ein Angebot als überteuert beurteilt und zudem unterstrichen, dass nur die wenigsten Exponate in einem Zusammenhang mit Goslar standen.

Das Ziel einer Museumsgründung verlor der Verein dennoch nicht aus den Augen. In Kirchen, bei Handwerkergilden und in Privathaushalten sammelte man, was man für ausstellungswert hielt. Auf eine konzeptionelle Festlegung wurde zunächst bewusst verzichtet: zu lückenhaft waren die Bestände, als dass man auf eine historische Sammlung hätte zuarbeiten können, und so stellte man sich das zukünftige Museum als „Tempel des Bürgersinns“ vor, das der Spendenwilligkeit der Goslarer ein Denkmal setzen sollte.

Schon zwei Monate nach der offiziellen Vereinsgründung stellte die Stadt einen Kredit für den Ankauf des „Lattmannschen Hauses“ in der Breiten Straße zur Verfügung, das zum Museum für die Bestände des Museumsvereins und des Naturwissenschaftlichen Vereins ausgebaut wurde.

1922 zog das Museum in das heutige Gebäude in der Königstraße 1-2 um. Obwohl die Stadt nun auch offiziell einer der Träger des Museums war, blieb die Sammlungs- und Ausstellungstätigkeit noch für Jahrzehnte weitgehend der ehrenamtlichen Tätigkeit der Vereinsmitglieder überlassen. Eine Ausnahme stellt hier die NS-Zeit dar, in der ein von der Stadt besoldeter Museumsleiter die Umgestaltung zum „Museum der Reichsbauernstadt“ leisten sollte.

Heute liegt die Trägerschaft des Museums beim Museumsverein Goslar e.V., beim Naturwissenschaftlichen Verein Goslar e.V. und bei der Stadt Goslar.

 

 

 

Satzung


Museumsverein Goslar e. V.

Satzung vom 31. März 2005

Name, Sitz und Zweck des Vereins

§ 1

Der Verein führt den Namen „Museumsverein Goslar, eingetragener Verein“ – im folgenden „Verein“ genannt – und hat seinen Sitz in Goslar. Er ist in das Vereinsregister des Amtsgerichts Goslar eingetragen.

§ 2

Der Verein will die Liebe und das Verständnis für die Vergangenheit der Stadt Goslar, die Denkmals- und Heimatpflege und Heimatkunde fördern. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne des Abschnitts „Steuerbegünstigte Zwecke“ der Abgabenordnung. Der Verein ist selbstlos tätig. Er verfolgt nicht in erster Linie eigenwirtschaftliche Zwecke. Zur Erfüllung der satzungsmäßigen Zwecke sollen geeignete Mittel aus Mitgliedsbeiträgen, Umlagen, Spenden sowie sonstige Einnahmen zweckgebunden für die Ziele des Vereins verwendet werden. Eine Änderung der Zwecke des Vereins ist ausgeschlossen. Der Satzungsweck des Vereins wird verwirklicht insbesondere: a) durch Sammeln von Gegenständen und deren Ausstellung, b) durch Veranstaltung von Zusammenkünften, Vorträgen und Ausflügen, c) durch Veröffentlichungen zur Volkskunde, Kunst- und Kulturgeschichte Goslars. Der Verein will zur Erreichung dieses Zieles mit dem Rat und der Verwaltung der Stadt Goslar sowie den auf die Verfolgung ähnlicher und verwandter Ziele gerichteten Vereinen und Institutionen zusammenwirken. Er stellt die von ihm gesammelten Gegenstände aufgrund vertraglicher Abmachungen der Stadt Goslar zur Ausstellung in dem der Stadt Goslar gehörenden Gebäude „Goslarer Museum“ unentgeltlich zur Verfügung. Der Verein bildet mit der Stadt Goslar und dem Naturwissenschaftlichen zusammen das Goslarische Museum.

Mitglieder

§ 3

Mitglied kann jede natürliche oder juristische Person werden. Über den schriftlichen Aufnahmeantrag entscheidet der Vorstand. Die Mitgliederrechte und –pflichten beginnen mit der Entrichtung des Jahresbeitrages. Die Mitglieder haben freien Zugang zu den Sammlungen und Veranstaltungen des Vereins. Sie können die Bücherei des Museumsvereins unentgeltlich benutzen. Sie erhalten die

Veröffentlichungen des Vereins unentgeltlich oder zu einem stark ermäßigten Mitgliederpreis.

§ 4

Die Mitglieder zahlen einen jährlichen Beitrag, dessen Höhe durch die Mitgliederversammlung bestimmt wird. Der Beitrag wird bei Beginn des Geschäftsjahres fällig. Mitglieder, die im Laufe des Geschäftsjahres aufgenommen werden oder ausscheiden, zahlen den vollen Jahresbeitrag. Das Geschäftsjahr ist das Kalenderjahr.

§ 5

Die Mitgliedschaft endet durch gegenüber dem Vorstand schriftlich erklärten Austritt, durch Ausschluss oder Tod des Mitglieds. Die Zahlungsverpflichtung des bzw. der fälligen Beiträge für die Dauer der Mitgliedschaft bleibt bestehen. Ein Mitglied, das nach zweifacher schriftlicher Aufforderung seinen Beitrag nicht gezahlt hat oder durch sein Verhalten dem Ansehen des Vereins schadet, kann durch den Vorstand mit einfacher Stimmenmehrheit aus dem Verein mit sofortiger Wirkung ausgeschlossen werden. Dem Mitglied wird unter Fristsetzung von 2 Wochen Gelegenheit gegeben, sich vor der Beschlussfassung des Vorstandes zu den erhobenen Vorwürfen zu äußern. Durch sein Ausscheiden verliert das Mitglied jeden Anspruch auf das Vereinsvermögen.

§ 6

Personen, die sich um den Verein in außerordentlicher Weise verdient gemacht haben, können durch die Mitgliederversammlung zu Ehrenmitgliedern ernannt werden. Die Ehrenmitglieder haben die Mitgliederrechte, zahlen aber keine Beiträge. Organe des Vereins

§ 7

Organe des Vereins sind

1. der Vorstand im Sinne des § 26 BGB,

2. die Mitgliederversammlung.

§ 8

Der Vorstand besteht aus:

1. dem Vorsitzenden,

2. dem Schriftführer,

3. dem Kassenwart,

4. zwei Museumspflegern,

5. zwei von dem Rat der Stadt Goslar delegierten Ratsherren,

6. dem Leiter des für das Museum zuständigen Fachbereichs der Verwaltung der Stadt Goslar.

Der Vorstand im Sinne von § 26 BGB besteht aus Vorsitzendem, Schriftführer und Kassenwart. Zwei Vorstandsmitglieder nach § 26 BGB vertreten den Verein gerichtlich und außergerichtlich.

Die Geschäftsführung erfolgt durch den Vorsitzenden, bei dessen Verhinderung durch den Schriftführer, den Kassenwart oder einen der Museumspfleger.

Verfügungen durch den Kassenwart über Geldmittel des Vereins von mehr als 10.000,– EUR bedürfen der Zustimmung eines weiteren Vorstandsmitgliedes nach § 8, Satz 1, Nr. 1 und 2.

Der Vorstand wird mit Ausnahme der delegierten Mitglieder nach Satz 1, Nr. 5 und 6 von der Mitgliederversammlung auf die Dauer von 4 Jahren gewählt. Wiederwahl ist zulässig. Der Schriftführer erstellt die Niederschriften über die Sitzungen von Vorstand und Mitgliederversammlung und unterzeichnet diese Niederschriften mit einem weiteren Mitglied des Vorstandes nach § 8, Satz 1, Nr. 1, 3 und 4.

Der Kassenwart verwaltet die Vereinskasse, erhebt die Beiträge, führt die Mitgliederliste und leistet die Zahlungen aus der Vereinskasse.

Die Museumspfleger überwachen und betreuen die Sammlungen des Vereins.

Der Vorstand kann sich eine Geschäftsordnung geben und kann besondere Aufgaben unter seinen Mitgliedern verteilen.

Die Beschlüsse des Vorstandes erfolgen mit einfacher Mehrheit, ggf. auch im schriftlichen Umlaufverfahren. Bei Stimmengleichheit ist ein Antrag abgelehnt.

§ 9

Die Mitglieder des Vereins und insbesondere des Vorstandes bekleiden Ehrenämter und erhalten Entschädigungen nur für die im Auftrage des Vereins entstandenen Auslagen.

Falls andere Kräfte beschäftigt werden müssen, erfolgt deren Bezahlung nicht über den Tariflohn hinaus. Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins. Es darf keine Person durch Ausgaben, die dem Zweck der Körperschaft fremd sind, oder durch unverhältnismäßig hohe Vergütungen begünstigt werden.

§ 10

Der Mitgliederversammlung obliegt:

1. die Wahl des Vorstandes,

2. die Entgegennahme des jährlich durch den Vorsitzenden zu erstattenden Berichts,

3. die Entlastung des Kassenwarts nach Prüfung der Jahresrechnung,

4. die Beschlussfassung über Änderung der Satzung und über die Auflösung des Vereins.

In der Mitgliederversammlung kann das Stimmrecht nur persönlich ausgeübt werden.

§ 11

Der Vorstand des Vereins beruft nach Bedarf, mindestens aber einmal im Geschäftsjahr, die Mitgliederversammlung möglichst im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres ein. Die Einladung erfolgt schriftlich unter Angabe der Tagesordnung mindestens 2 Wochen vor der Zusammenkunft an die dem Verein zuletzt bekannte Adresse. Die Tagesordnung der ordentlichen Mitgliederversammlung hat insbesondere die in § 10 genannten Punkte zu umfassen. Außerordentliche Mitgliederversammlungen können einberufen werden, wenn dieses der Vorstand für erforderlich hält oder wenn mindestens 1/10 der Vereinsmitglieder dieses unter Angabe des Gegenstandes der Beschlussfassung beim Vorstand schriftlich beantragen.

§ 12

Zusammenkünfte zum Zweck von Vorträgen oder Besprechungen sollen im Winterhalbjahr in der Regel mehrmals, Ausflüge zum Zwecke gemeinsamer Besichtigungen im Sommerhalbjahr wenigstens einmal stattfinden.

§ 13

Die Auflösung des Vereins kann von der zu diesem Zwecke einberufenen Mitgliederversammlung nur mit 3/4Mehrheit der Stimmen der erschienenen Mitglieder beschlossen werden. Im Falle der Auflösung des Vereins oder bei Wegfall steuerbegünstigter Zwecke fällt das Vermögen der Stadt Goslar / dem Goslarer Museum zu. Liquidator ist der Vorsitzende oder ein andres, durch die Mitgliederversammlung bestimmtes Vereinsmitglied mit den in den §§ 48 bis 53 BGB aufgeführten Rechten und Pflichten. Die Stadt Goslar als Rechtsnachfolger hat das übernommene Vermögen unmittelbar und ausschließlich für gemeinnützige Zwecke zu verenden.

§ 14

Diese Satzung in der Fassung vom 31. 03. 2005 tritt an die Stelle der Satzung vom 27. 02. 2003.

Goslar , den 31. März 2005